Tut die Seele weh, schmerzt der Körper-Teil 2

Tut die Seele weh, schüttet das Gehirn Stresshormone (Adrenalin, Cortisol) aus.

Da das Gehirn ein selbstorganisiertes System ist, das auf unser Überleben bedacht ist, mobilisiert es im Stressfall unseren Körper und unseren Geist.

Wie?

Indem es Stresshormone ausschüttet und den Körper in Alarmzustand versetzt.

Die Stresshormone wirken auf die Körperorgane (Herz, Lunge, Kreislauf, Pupillen…) aus und alle Kräfte werden mobilisiert, um zu reagieren: Kampf, Flucht, Abwehr…

Wir Menschen sind bestrebt, uns ständig weiterzuentwickeln. Dabei sind die seelischen Bedürfnisse zum Großenteil entscheidend.

Tut die Seele weh, schmerzt der Körper-Teil 2

 

Im Teil 1 des Artikels „Hat Dein Selbst Stress, schmerzt Dein Körper“ ging es um die enge Verbindung zwischen Seele (Selbst, Unbewusstem, Lumly) und dem Körper (Nervenzellen des Körpers ist umfasst vom Nervensystem). Seele und Körper bedingen sich gegenseitig.

Im Teil 2 geht es um die seelischen Schmerzen.

Was tut der Seele weh?

Unser größter Freund oder Feind ist unsere eigene Denkweise.

Stress-Gedankenfabrik-Schmerz

„Gehe mit deinen Gedanken um wie mit Gästen, mit deinen Wünschen wie mit Kindern.“

Fernöstliche Weisheit

Versuchen wir uns bewusst zu machen, wie oft wir denken ohne nachzudenken – einfach automatisch. Denn alles, was wir bis jetzt erlebt, erfahren und gelernt haben, ist im Unbewussten gespeichert. Sie funktionieren nun automatisch (erworbene Gewohnheiten).

Wir nennen unsere gesammelten guten und schmerzhaften Lebenserfahrungen metaphorisch “innere Kinder, inneres Team, innere Stimmen, Persönlichkeitsanteile, innere Familie”.

Wir hören die Stimmen der inneren bedürftigen (schwachen) Anteile und auch manche kritischen Stimmen in uns, die fortlaufend Kommentare zu allen Geschehnissen abgeben. Vielleicht kommen manche dir bekannt vor:

  • Du schaffst es nicht, bist nicht gut genug, nicht perfekt, nicht liebenswert!
  • Faul, chaotisch, nichts taugen, nicht ganz ok…
  • Nicht fleißig, attraktiv und klug im Vergleich zu X und Y

Diese Worte stechen wie ein scharfes Messer ins Herz.

Die berühmteste bedürftigen inneren Anteile (Fühlen aufgrund mancher Lebenserfahrungen)

Mitgefühl mit bedürftigen Persönlichkeitsanteilen_inneren Kindern

  • Verzweifelte, Pessimistische
  • Bestrafte, Misstrauische
  • Rückzieher/in, Beleidigte,
  • Verlassene, Außenseiter/in, Abhängige
  • Einsame, Ungeduldige
  • Wütende, Trotzige, Unsichere
  • Ja-Sager/in (Brave), Liebesbedürftige
  • Minderwertige,
  • aufopfernd Helfende (Altruistische),
  • Aggressive, Faule,
  • Chaotische, Traurige
  • Schüchterne,
  • Sensible
  • Überforderte, Beschämende
  • Kritiker/in, Unzufriedene, Perfektionist/in
  • Ängstliche, Verletzte, Vorsichtige
  • Versager/in, Eifersüchtige
  • Grübler/in, Nörgler/in, Sorgende
  • Rechthaberische, Unruhiger
  • Depressive, Gestresste
  • Abgelehnte, Gekränkte

 

Anmerkung: Vorweihnachten und Weihnachten

In dieser Zeiten fragst du dich vielleicht: Warum reagiere ich auf bestimmten Situationen und Menschen so, wie ich es tue?

Der Grund liegt an gesammelten Erfahrungen im Unbewussten. Manche Situationen, Worte und Ereignisse kommen dir bekannt vor – wie ein Déjà-vu-Erlebnis. Sie erinnern dich vielleicht an ähnliche Situationen in der Vergangenheit.

Sie rütteln die alten Erinnerungen wach.

Voilà, da haben wir es: Unser emotionales Erfahrungsgedächtnis (Lumly)

Du nimmst diese Erinnerungen als unbestimmte Emotionen wahr. Und Emotionen/Gefühle steuern dein Verhalten, Deine Handlungen.

Wie empathisch begegnen wir unseren bedürftigen inneren Anteilen?

Haben wir Mitgefühl mit ihnen oder Mitleid?

Die unliebsamen Persönlichkeitsanteile (Schattenseiten) werden verdrängt. Am liebsten wollen wir sie weghaben, mit ihnen nicht zu tun haben. Auch das führt zum Schmerz der Seele. Du ahnst wohin die Ablehnung dieser Anteile führt 🙁 Wir reden ablehnend mit uns selbst, mit unseren schwachen inneren Anteilen.

Am Lautesten ist der innere Kritiker: Wir hören ihm zu und glauben ihm (oft) 🙁

Kommunikation-Selbstdialog

Seine rechthaberische und ungeschickte Art und Weise seiner Kritik (mit negativer Wortwahl)

  • verringert unser Selbstvertrauen,
  • schwächt unser Selbstwertgefühl.

Wenn unser Beschützer, der innere Kritiker, nur wüsste wie:

  • sein ständiges Kritisieren uns entmutigt
  • seine diktatorische und besserwisserische Art großen Schaden anrichtet wie zum Beispiel von Selbstzweifeln, dem Gefühl der Minderwertigkeit bis zu Depressionen!!!!!!!!!

Die Macht der Worte: Die Worte haben mächtig Auswirkungen.

Ein Zitat von Sigmund Freud beschreibt die Macht der Worte:

„Worte können „Balsam für die Seele“ sein – und sie können „im Herzen weh“ tun.
Das Wort ein mächtiges Instrument,
es ist das Mittel, durch das wir einander unsere Gefühle kundtun,
der Weg, auf den anderen Einfluss zu nehmen.
Worte können unsagbar wohl tun und fürchterliche Verletzungen zufügen.

Siegmund Freud

Wir erleben uns durch den Körper in der Welt unseres Daseins.

Dieses Erleben löst Emotionen in uns aus, und diese werden durch den Körper ausgedrückt: Mimik, Gestik, Körpersprache.

Es ist wichtig und hilfreich zu wissen, dass das Unbewusste:

  • sehr eng mit dem vegetativem Nervensystem und Körper vernetzt ist
  • zuständig für unwillkürliche Funktionen des Körpers ist (Kreislauf, Verdauung, Blutdruck…)
  • die Muskulatur der Körperorgane kontrolliert und Stoffwechsel, Herzschlag, Atmung, Durchblutung… reguliert.

Herzens zu empfehlen: Ein lesenswerter Artikel von Maja Storch und Wolfgang Tschacher kannst du herunterladen: Embodiment.pdf" target="_blank

„Geh Du vor“, sagte die Seele zum Körper, „auf mich hört er nicht. Vielleicht hört er auf Dich.“
„Ich werde krank werden, dann wird er Zeit für Dich haben“, sagte der Körper zur Seele.“

Ulrich Schaffer

Wir tun gut daran, unsere negativen und positiven Gefühle und Körpersignale

  • bewusst wahrzunehmen,
  • zu verstehen und
  • gekonnt zu steuern (Emotionsmanagement / Emotionsregulierung).

Die Rolle der Emotionen für die Selbstregulation und Selbststeuerung 

Die Persönlichkeitstheorie (Persönlichkeits-System-Interaktionen: PSI) vom Prof. Julius Kuhl beschreibt das Zusammenspiel der vier psychischen Hirnfunktionssysteme und wie die unbewussten Motive (intelligente Bedürfnisse) und Gefühle unsere Handlungen steuern.

Stress-seelische Schmerzen-PSI-Theorie

Die vier psychische Systeme (auch 4 Makrosysteme genannt) stehen in wechselseitiger Beziehung: Der Informationsaustausch oder Interaktion / Kommunikation zwischen den psychischen Systemen geschieht durch die Affekte. Die Affekte stehen auch in Wechselwirkung zu den psychischen Systemen. Sie bedingen sich gegenseitig. Das führt zu kompetenter Selbststeuerung / Selbstmanagement.

Nur mit Kompetenzen zur Affektregulation oder Emotionsregulation…

… ist es möglich, zwischen den vier psychischen Systemen zu wechseln:

  • Schmerzen der Misserfolge (die Frustration) aushalten => erfolgreiche Integration der schmerzhaften Erfahrung (OES) in das Selbst (EG) – Lumly kann nur so neues lernen und durch neue Erfahrungen wachsen ➡ Selbstbahnung/Selbstwachstum
  • Nach der 1. Phase „Aushalten“ ist die 2. Phase „Herabregulierung“ der negativen Gefühle. Wir registrieren, würdigen und beeinflussen sie => Selbstberuhigung.
  • Nun können wir positive Gefühle wie Begeisterung und Freude wiederherstellen => Selbstmotivierung ➡ Willensbahnung IG + IVS: Willenskraft und Energie zur Handlung und Zielerreichung

„Emotionen sind kein Luxus, sondern ein komplexes Hilfsmittel im Daseinskampf.“
Antonio R. Damasio

Was hilft?

  • Inne halten, tief durchatmen, mit Gefühlen, inneren Kindern in Kontakt kommen, sie wahrnehmen, würdigen, ihre Infos wertschätzen
  • Freundschaft mit bedürftigen inneren Anteilen, wirksamer Umgang mit ihnen (Selbstakzeptanz /Selbstliebe)
  • deren Schmerz aushalten (Frustrationstoleranz), für Neues-Lernen sorgen und Veränderungen in Gang setzen (nur so ist Persönlichkeitsentwicklung, persönliches Wachstum möglich).
  • Das ist das Fundament einer glücklichen Beziehung zu dir und zu deinem Partner / zu deiner Partnerin.

Sorgst du für dein seelisches und körperliches Wohlbefinden, sorgst du für deine Beziehung => Selbstfürsorge der Partner dient ihrer Liebes-Beziehung.

 

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Herzlichst

Soheila

PS 1: Eine wunderbare wirksame Maßnahme für die vor und während der Weihnachtszeit: Bring dein Unbewusstes in deiner Beziehung auf deine Seite!

PS 2: Hast du dir das hier geholt? Wie du mit diesen 7 goldenen Regeln eine glückliche Beziehung führst!.PDF

Schmerz-Geschichte eines lieben Bekannten, die du herunterladen kannst: Der Schmerz_Heinz.PDF

Der innere Kritiker gehört zu mir – Selbstbewusstsein – Teil 1

Emotionen verstehen – die Wut in mir! Teil 2